Wenn man der Werbung glauben schenken will, sollte man sich keine Kaffeewerbung anschauen. Hat man den Menschen früher etwas von der Krönung erzählt, versucht sie den Konsumenten heutzutage weis zu machen, es sei schick-ontop-of-all seinen Kaffee oder besser seine Kaffeecreation aus einer Kapsel zu geniessen. Mal abgesehen davon, dass diese Abfüllungsformen die Taschen der Konzerne und die von Clooney füllt und die Müllberge wachsen lässt, ist Kaffee aus einer Aluminiumkapsel echt unappetitlich. Aber: jedem sein Geschmack. Und der hat es in sich. Der Genuss von Kaffee ist eben sehr individuell gestaltbar und bietet neben zahlreichen Zubereitungsformen eine Vielzahl von verschiedenen Sorten an. Visuell bietet Kaffee auch eine Vielzahl von Darstellungsmöglichkeiten. Jeder kennt die übliche Welt, in der Kaffee erzählt wird: weiße Tischdecke, das weiße Tassenservice, eine rein schwarze Oberfläche. Bloß nicht nicht zeigen, was diese geheimnisvolle Flüssigkeit eigentlich ausmacht. Denn stille Kaffee sind tief. Sehr. Kaffee dampft und spuckt wie die Hölle bei der Zubereitung, was einen ahnen lässt, wie durch den fertigen Kaffee später die Synapsen bimmeln. Richtiger Kaffee ist weit weg von der Kapselwirklichkeit. Das hat mit Geschmack nichts zu tun, sondern ist reine Beobachtung. Und: Kaffee ist schön. Aber Vorsicht: Suchtgefahr! So oder so.